Über sich selbst hinaus wachsen mit EMDR: ein Selbsterfahrungsbericht

Im Mai 2015 habe ich bei der Paracelsusschule hier in Konstanz am schönen Bodensee eine 4tägige intensive Fortbildung zum EMDR-Coach gemacht. EMDR ist die Abkürzung für „Eye Movement Desensitization and Reprossessing“. Auf Deutsch etwa „Neuverarbeitung und Desensibilisierung durch Augenbewegungen“. EMDR wurde Ende der 80ger Jahre von der kalifornischen Psychologin Dr. Francine Shapiro entwickelt.

Ende Januar 2016 war ich dann zu einer Art Aufbaukurs zum Thema „Ressourcen und Resilienz“. Da haben wir eine Technik aus dem EMDR angewendet, um eine positive Fähigkeit zu verankern. Ein wichtiges Ziel beim Coaching mit EMDR ist es, unsere inneren und äußeren Ressourcen zu identifizieren, weiterzuentwickeln und so zu verankern, dass sie bei Bedarf leicht zugänglich und verfügbar sind.

Mein Thema war, dass ich gerne einen Vortrag zum Thema Kinergetics (Energie-Kinesiologie) und evtl. sogar EMDR halten würde. Bisher hatte ich aber nicht den Mut dazu. Auf die Frage, welche Fähigkeit mir helfen würde, mein Ziel zu erreichen, habe ich „Selbstbewusstsein“ gewählt. So wie ich es spüre, wenn ich einen Vortrag über R.E.S.E.T. halte (einer äußerst wirksame Methode, um den Kiefer zu entspannen). Dieses Gefühl haben wir verankert zusammen mit einem Satz, der zusätzlich aufgetaucht ist: „Ich kann das.“

Dieses „Verankern“ ist wirklich faszinierend. Man erlebt die ausgewählte Eigenschaft oder Fähigkeit ja schon mit allen Sinnen und hat eine gute Empfindung dazu im Körper, wenn man sich in eine Situation hinein versetzt, in der man diese Fähigkeit schon erlebt hat. Aber durch die EMDR-typische rechts-links Stimulation entweder durch Augenbewegungen oder die sogenannte Schmetterlingsumarmung, die man selber durchführt, ist es so, als ob diese Empfindung und die Fähigkeit noch tiefer in einen eindringt. Fast als würde die Erfahrung vom Kopf ins Herz in den Bauch sacken und sich letztendlich in jeder Zelle des Körpers ausbreiten. Ein sehr erfüllendes, nahezu überwältigendes Gefühl!

Und, wie soll ich sagen, die Wirkung war dann noch überraschender, denn dieser Satz „Ich kann das.“ hat sich irgendwie verselbständigt und in andere Lebensbereiche ausgeweitet. Es fing damit an, dass ich plötzlich den Mut hatte, die Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie in Angriff zu nehmen. Die habe ich dann im März 2016 bei der Paracelsusschule in Konstanz begonnen. Bisher hatte ich den Gedanken daran immer damit abgetan mir zu sagen, dass ich bereits so viele Abschlüsse und Ausbildungen habe und ich kein weiteres Zertifikat an der Wand haben müsste. Aber nach der Fortbildung wurde mir plötzlich bewusst, dass ich bisher immer Angst vor der Ausbildung hatte, Angst davor, es nicht zu schaffen. Und durch diese eine kleine Übung, hatte ich nun das Selbstvertrauen, es zu wagen.

Im August kamen dann der Impuls, die Inspiration und der Mut zusammen, einen Vortrag über EMDR zu halten. Denn plötzlich war mir auch der „Aufhänger“ klar: „Über sich selbst hinaus wachsen mit EMDR“. Denn genau das ist mir passiert an diesem Wochenende im Januar: Ich bin über meine Ängste, Bedenken und hinderlichen Glaubenssätze hinaus gewachsen, um das zu tun, was mir am Herzen liegt mit der Gewissheit, dass ich es kann.

Der Vortrag findet übrigens am Donnerstag, den 27.10.2016 in meiner Praxis in der Schottenstrasse 49 in Konstanz am Bodensee statt. Darin werden ich einen ersten Einblick geben, was EMDR ist und wie es im Coaching dabei hilft, unter anderem durch Ressourcenarbeit über sich selbst hinaus zu wachsen. Die Verankerung eines inneren sicheren Ortes mit EMDR wird in einer kurzen Demonstration vorgeführt und kann von jedem selbst erlebt werden.

Und wer weiß: vielleicht ergeben sich daraus auch für Sie neue Perspektiven und Möglichkeiten in Ihrem Leben, mehr das zu tun, was Ihnen am Herzen liegt.

© Katja Pojda, Oktober 2016